Hochland Oolong, oder auf Englisch High Mountain Oolong – das ist ein Begriff, welcher Freunden von gutem Oolong sicherlich schon einmal in die Quere gekommen ist. Besonders die aus Taiwan stammenden Hochland Oolongs haben schon viele Teeherzen erobert. Aber was ist Hochland Oolong eigentlich? Weshalb ist er so besonders? Hier bei den Friends of Tea findest Du es heraus!

Wo kann man Hochland Oolong finden?

Die kürzeste Antwort wäre: bei uns! Aber das wäre zu einfach. Am bekanntesten für Hochlandtee ist Taiwan. Hier werden viele Tees nicht nach ihrer Sorte oder dem Teegarten, sondern nach dem Berg auf dem sie wachsen benannt. Die berühmtesten Gebiete für Hochlandtee in Taiwan sind zum Beispiel Alishan, Lishan, Da Yu Ling oder Shan Lin Xi. All diese Gebiete liegen weit weg von großen Stadt- oder Industriegebieten und befinden sich in einem sehr natürlichen Klima.

Grob kann man sagen, dass es sich um einen Hochlandtee ab einer Höhe von 1000 Meter über dem Meeresspiegel handelt. Man wir aber auch Anbaugebiete finden, welche noch wesentlich höher liegen, wie zum Beispiel das Gebiet Da Yu Ling, welches auf stolzen 2800 Metern liegt. Ab 3000 Meter ist dann aber Schluss, ab hier wird es den Teepflanzen zu kalt und der Teeanbau ist nur noch sehr schwer möglich.

Was ist High Mountain Oolong? 1

Ein organischer Teegarten auf dem Berg Lishan in Taiwan. Hier wird es so steil, dass man eine Einschienenbahn braucht, um weiter nach Oben zu kommen!

Weshalb es den Tee in die Berge treibt

Das Anbauen von Tees in großen Höhenlagen hat mehrere Vorteile. Zum einem sinkt der Sauerstoffgehalt in der Luft, je größer die Höhe ist, was dazu führt, dass die Teepflanzen langsamer wachsen. Im Tiefland wird meistens bis zu vier Mal im Jahr geerntet, im Hochland ist es dagegen meist nur drei Mal oder in den extrem hoch liegenden Gebieten sogar nur zwei Mal im Jahr. In den Bergen ist es auch wesentlich kälter, was dazu führt, dass die Teepflanzen wesentlich später neue Triebe bekommen als ihre Nachbarpflanzen im Tiefland.

Aber halt, aus einer rein wirtschaftlichen Perspektive ist es doch banal, langsames Pflanzenwachstum zu wollen, oder? Das ist durchaus richtig, wer das große Geld sucht oder massenweise Tee produzieren will, ist hier falsch. Tee hat in Taiwan einen großen Stellenwert und viele Teehersteller hier arbeiten mit viel Liebe und Überzeugung. Denn, je langsamer das Pflanzenwachstum, desto besser kann sich die Pflanze entwickeln, sodass Aroma und Geschmack im Endprodukt besser und wohlschmeckender ist. Qualität statt Quantität ist hier das Motto.

Ebenso hat es beim Teeanbau, ähnlich wie beim Weinanbau auch, einen Vorteil, die Pflanzen an steilen Berghängen wachsen zu lassen. Hier bekommen die Blätter nur halbtags Sonnenlicht, was dazu führt, dass weniger Bitterstoffe im Teeblatt produziert werden. Die mineralhaltigen Böden geben den Pflänzchen dann nochmal die Extraportion Nährstoffe obendrauf.

Habe ich wirklich Hochland Tee in der Tasse? So kannst Du den Selbsttest machen!

Nimm dir einen guten Hochland Oolong – am besten unseren Shan Lin Xi – und streiche mit deinem Finger sanft über die aufgegossenen Teeblätter. Du wirst merken, dass sich die Teeblätter samtig weich anfühlen werden. Diese weiche Textur kann nur durch Anbau in großen Höhenlagen erreicht werden. Handelt es sich um einen Tee aus dem Tiefland, werden die Blätter wesentlich robuster und rauer sein.

Ich hoffe, dir hat dieser kleine Einblick in die taiwanesische Teewelt gefallen!

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