Heute möchten wir euch einen unserer hochwertigsten Grüntees vorstellen: den Hon Gyokuro Kusanagi. Der Gyokuro zählt zu den Schattentees und bedeutet übersetzt so viel wie “edler Jadetau”. Mehr über diesen faszinierenden Tee erfahrt ihr hier!

 

Gyokuro Grüntee
Überschattete Teepflanzen in Japan

 

Was ist Gyokuro Tee?

Gyokuro 玉露 ist japanisch und bedeutet übersetzt “edler Jadetau”. Es handelt sich um einen Grüntee aus Japan, welcher vor der Ernte mit speziellen Netzen überschattet wird. Durch die Überschattung dringt weniger Sonnenlicht zu den Pflanzen durch. Die Pflanzen reagieren darauf mit einer erhöhten Produktion von Chlorophyll und bilden eine Vielzahl von Aminosäuren. Der erhöhte Anteil an Chlorophyll gibt dem Tee eine satte, tiefgrüne Farbe. Die Aminosäuren verleihen dem Tee einen komplexeren Geschmack und ein wohlschmeckendes Umami, welcher typisch für grünen Tees aus Japan ist.

Die Überschattung der Teepflanzen ist äußerst aufwendig und kostspielig. Aufgrund dessen gilt der Gyokuro, neben dem Grüntee Pulver Matcha, zu den teuersten und renommiertesten Tees aus Japan.

 

Produktion von Gyokuro

Einen wirklich erstklassigen Grüntee herzustellen ist gar nicht so einfach. Beim Gyokuro kommt es vor allem auf die Lage und die Art der verwendeten Beschattung an. Auch ein nachhaltiger und respektvoller Umgang mit der Natur ist von äußerster Wichtigkeit.

Anbau

Wie bei allen Teesorten ist auch beim Gyokuro die Feldpflege und Versorgung der Teepflanzen ein wichtiges Thema. Nach der Ernte werden die Teepflanzen meistens zurückgeschnitten, damit sie eine gewünschte Form erreichen und im Frühling ihre ganze Energie in neue, frische Blatttriebe stecken können. Auch das Überwintern der Teepflanzen ist in Japan wichtig. Als am nördlich liegendes Teeanbaugebiet der Welt wird es in Japan im Winter oft ziemlich kalt. Um die Teepflanzen gegen Frostbiss zu schützen, haben sich die japanischen Teebauern etwas listiges Einfallen lassen.

Sobald die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt gehen, werden die Pflanzen mit Wasser besprenkelt. Aufgrund der Kälte bildet sich schnell eine Eisschicht auf den Teeblättern. Das mag zunächst stupide klingen, schließlich sollten die Pflanzen doch vor der Kälte geschützt werden. Allerdings ist die kalte zirkulierende Luft das, was den Teesträuchern schaden zufügt. Die Eisschicht auf den Blättern konserviert die Blätter eher und schützt sie vor der umliegenden Luft. Zudem sind die japanischen Teecultivare speziell auf das Klima in Japan ausgelegt. Viele Sorten wie das Yabukita Cultivar sind resistent gegen Kälte und extreme Wetterbedingungen.

Bei unserem Hon Gyokuro Kusanagi werden zudem keine synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Ein respektvoller und Nachhaltiger Umgang mit der Natur ist und wichtig, weshalb wir nur Tee aus nachhaltigem Anbau einkaufen.

Region

Unser Hon Gyokuro Kusanagi stammt aus der Region Uji in der japanischen Präfektur Kyoto. Die Region Uji gilt als historisches Herz der Teekultur in Japan. Hier werden auch heute noch die mitunter hochwertigsten Tees in ganz Japan produziert. Schattentee wird allgemein aber in ganz Japan angebaut. Das wichtigste Anbaugebiet ist natürlich Uji, aber auch die Präfektur Kagoshima oder Shizuoka bringt hochklassige Spitzenqualitäten hervor.

Die geografische Lage ist für die Herstellung von gutem Gyokuro besonders wichtig. Wie bei Wein auch empfiehlt sich bei Tee ein Anbau an einem hügeligen Berghang, sodass die Pflanzen von Natur aus nicht zu viel Sonne abbekommen. Die Region Uji bietet sich also perfekt für die Produktion von Schattentee an, weil die Region viele Hügel und Berge hat.

Überschattung

Um die wertvollen Teepflanzen zu überschatten, werden Netze aus schwarzem Kunststoff verwendet. Die Netze blocken nicht das komplette Sonnenlicht, sondern immer nur einen Bruchteil davon. In dem der Teefarmer mehrere einzelne Netze übereinanderlegt, kann er genau bestimmen, wie viel Prozent des Sonnenlichts durch die Pflanzen durchdringt. Gegen Ende der Überschattungsperiode wird so bis zu 95 % des Sonnenlichts blockiert.

Aber was macht einen Gyokuro zu einem Hon Gyokuro? Bei besonders edlen Grüntees werden die Teepflanzen nicht mit schwarzen Netzen, sondern mit Reisstrohmatten überdeckt. So auch bei unserem Hon Gyokuro Kusanagi. Das Überschatten mit Strohmatten ist wesentlich aufwendiger als mit den schwarzen Netzen, denn die Matten müssen alle mühselig von Hand auf die Gerüste gelegt werden und können nicht einfach über das Feld gezogen werden. Auch ist es bei dieser Überschattungsmethode schwieriger, eine gleichmäßige Überschattung zu gewährleisten. Die Vorteil der Beschattung mit Strohmatten ist, dass sich unter der Abdeckung weniger Hitze staut und die Luft besser zirkulieren kann. Im Gegensatz dazu kann es bei einer herkömmlichen Beschattung durchaus etwas warm und stickig unter den Abdeckungsplanen werden.

 

Ernteprozess

Gyokruo Pflückung Japan Grüntee
Fahrbare Erntemaschine

Da in Japan ein massiver Mangel an Arbeitern vorherrscht, werden die allermeisten Tees mit komplexen Erntemaschinen gepflückt. Diese Erntemaschinen sind in der Lage, unglaublich präzise und genau zu Pflücken. Auch unser Hon Gyokuro Kusanagi wird mit solch einer Erntemaschine gepflückt. Bei der maschinellen Ernte gibt es zwei Erntemethoden:

  • Handgeführte Maschinenpflückung, üblich in bergigen Regionen wie Uji
  • Fahrende Maschinenpflückung, nur möglich in flachen Regionen wie Kagoshima

Für Gyokuro werden nur die obersten 1-3 Blätter der Teepflanze geerntet und verarbeitet. Diese Blätter sind reichhaltig mit guten Inhaltsstoffen und berstend voll mit Geschmack!

Gyokruo Pflückung Handgeführt
Maschinengeführte Pflückung

Arbeitskräfte in der Landwirtschaft einzustellen ist in Japan mit einem großen Kostenaufwand verbunden, weshalb nur die hochwertigsten Tees noch mit der Hand gepflückt wird. Meist geschieht dies durch japanische Seniorinnen und Senioren, welche sich in der Rente etwas dazu verdienen möchten oder nach einer Beschäftigung in der Natur suchen. Bei besonders hochwertigem Gyokuro wird das Teefeld nur ein einziges Mal im Frühling geerntet.

 

Wie sollte ein guter Gyokuro schmecken?

Gyokuro ist etwas Besonderes, weshalb er auch genau so schmecken sollte: besonders. Japanische Grüntees sind oft frisch, gasig und intensiv, bieten aber keine riesige Bandbreite an Geschmacksnuancen. Das ist bei einem Tee wie den Sencha auch in Ordnung, bei einem so teuren und edlen Tee wie dem Gyokuro suchen wir allerdings nach mehr Komplexität und Tiefe. Unser Hon Gyokuro Kusanagi bietet neben einem tiefen Umami auch leichte würzige Noten. Über die Aufgüsse hinweg wandelt sich der Geschmack von einem runden, vollen Getränk zu etwas frischem und fast schon blumigen. Gyokuro lässt sich meist etwas öfters aufgießen als Sencha. Um die vier bis fünf Aufgüsse sind definitiv möglich!

Oft hört man, grüner Tee soll positive Eigenschaften auf die Gesundheit haben. Stimmt das? Finde es in unserem Beitrag über Grüntee & Gesundheit heraus!

 

Hon Gyokuro Kusanagi Grüntee
Frisch aufgegossener Grüntee

Lagerung von Gyokuro

In Japan haben die allermeisten Grüntees ein Haltbarkeitsdatum von nur drei bis sechs Monaten, nicht aber beim Gyokuro. Denn der Gyokuro ist einer der wenigen Grüntees, welchen man hervorragen lagern und reifen lassen kann. Viele Schattentees werden nach der Ernte nicht unmittelbar verkauft, sondern für ein halbes Jahr lang eingelagert. Denn anders als beim Sencha oder dem Shincha möchte man beim Gyokuro kein spritzig frisches Geschmackserlebnis, sondern etwas rundes, weiches und vollmundiges. Damit der frische Tee seine Ecken und Kanten verliert, wird er deshalb für ein paar Monate eingelagert.

Euren Tee solltet ihr am besten kühl, trocken und vor Licht geschützt lagern. Unsere wiederverschließbaren Teetüten eignen sich perfekt dafür. Achtet auch darauf, dass sich nicht zu viel Luft in der offenen Teetüte befindet. Ansonsten könnte der Tee in der Tüte nachoxidieren.

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