Tee ist, nach Wasser, das am häufigsten konsumierte Getränk der Welt. Der Mensch braucht Flüssigkeit, um überleben zu können. Aber brauchen wir auch zwingend Tee? Ist Tee ein Luxusgut? Haben Getränke einen sozialen Aspekt, welcher über den reinen Konsum von Flüssigkeit hinausgeht? Ein Essay der Friends of Tea.

Edler Tee Darjeeling First Flush
Hochwertiger Schwarzer Tee aus Darjeeling

Getränke als sozialer Motor

Schon seit Tausenden von Jahren bedienen sich die Menschen allerlei Getränke. In Areni, einem Dorf im Süden Armeniens, wurde eine 6100 Jahre alte Produktionsstätte für Wein gefunden. Schon vor langer Zeit waren den Menschen Getränke wichtig. Der Aufguss der getrockneten Blätter der Pflanze Camellia Sinensis, auch Tee genannt, ist seit Tausenden von Jahren tief verankert im Alltag vieler ostasiatischer Kulturen.

In Afrika und dem Nahen Osten wird Kaffee schon lange als natürlicher Wachmacher genutzt. In Italien gilt Kaffee als Grundnahrungsmittel. Das Getränk aus der gerösteten Bohne besitzt bei den Italienern einen hohen Stellenwert. Nicht nur weil das Getränk gut schmeckt, sondern weil es die Menschen zusammen bringt. Das Treffen in einem Café oder der Nachmittagsbesuch bei Oma währe ohne dieses Getränk nicht das gleiche. Der YouTuber Matt D’Vella hat in einem seiner Videos 30 Tage lang auf Koffein verzichtet. Nach dem Experiment stelle er fest, dass er Kaffee nicht wegen seines Koffeins und seiner anregenden Wirkung, sondern wegen seines sozialen Aspektes vermisst.

Ähnliches lässt sich auch in Ländern wie Großbritannien oder der Region Ostfriesland beobachten. In diesen Ländern wird leider selten wirklich hochwertiger Tee getrunken. Von Genuss ist hier selten die Rede: Wer jemals einen Beutel tetley’s mehr als eine halbe Minute lang hat ziehen lassen, weiß wovon ich rede. Auch wenn Earl Grey & Co. in manchen Fällen schmackhaft sein können, geht es bei der englischen tea time nicht nur um das Teetrinken.  Es geht auch darum, zusammenzukommen, zu plaudern und eine Kleinigkeit zu essen. Der Tee ist dabei der köstliche Treibstoff für den sozialen Motor.

Auch greifen viele Menschen auf die anregende Wirkung des Koffeins zurück. Bis vor ein paar Hundert Jahren hat man in Europa hautsächlich Bier oder Wein getrunken. Diese Getränke sind auf einer Party durchaus in Ordnung, morgens bei der Arbeit oder beim Nachmittagsklatsch eignen sich die Getränke aber nicht wirklich. Koffein eignet sich mit seiner stimulierenden Wirkung dagegen ideal für soziale Ereignisse oder als Muntermacher. Es macht wach und bringt die Leute zum Reden – eine willkommene Abwechslung für viele und der Grund dafür, dass koffeinhaltige Getränke im Zuge der Globalisierung so erfolgreich in Europa wurden.

Ökonomische Definition eines Luxusgut – was macht ein Luxusgut aus?

Als Luxusgut kann etwas angesehen werden, sobald sich der Verbraucht bei höherem Einkommen überproportional steigert.  Bei einem Gut wie Brot ist der Verbrauch bei verschiedenen Einkommensschichten relativ Konstant, schließlich kann eine reiche Person nicht mehr Brot essen als jemand aus dem Mittelstand.

Kostspielige Waren wie Kaviar, Trüffel oder edler Schmuck sind aber erst ab einem Bestimmen Einkommensniveau erschwinglich. Bei diesen Produkten lässt sich ein überproportional steigender Konsum bei erhöhtem Einkommen beobachten.

Gleiches gilt auch für unser liebstes Heißgetränk. Manche Teesorten können viel Geld kosten. Hochwertiger grüner Tee wie der japanische Gyokuro oder der pulverisierte Matcha können pro Gramm genau so viel Kosten wie Trüffel. Diese Tees sind Ausdruck eines über Generationen hinweg perfektionierten Handwerk, was den Tee selten, teuer und damit auch zum Luxus macht.

Allerdings sind nicht alle Tees so teuer, ganz im Gegenteil. Es gibt eine Fülle an erschwinglichen Tees zu kaufen. Ganz abgesehen von Beuteltees, welche oftmals nur ein paar Cent kosten, gibt es auch gute lose Tees für kleines Geld zu bekommen. Bei diesen Tees lässt sich unser ökonomisches Modell wieder anwenden. Wer sich mit einem einfachen grünem und schwarzem Tee zufriedengibt, trinkt nicht mehr oder anders, wenn sein Einkommen steigt.

 

Ist Tee ein Luxusgut?

 

Besteuerung von Tee

Machen wir mal einen kleinen Exkurs in das Umsatzsteuerrecht. Denn auf alle Waren, die wir kaufen, fällt Umsatzsteuer (umgangssprachlich auch Mehrwehrsteuer) an. Bei den meisten Produkten liegt dieser Steuersatz aktuell bei 19 %. Auf essenzielle Dinge des täglichen Lebens liegt der Steuersatz bei nur 7 %. Dazu gehören Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter, aber auch die Eintrittskarte für das Kino oder das Schwimmbad. Und auch Tee.

Natürlich ist Tee nicht überlebensnotwendig. Allerdings haben diese Getränke eine Bedeutung für die Menschen und die Gesellschaft und das ist etwas, was selbst von Staat bei seiner Steuergestaltung respektiert.

Fazit

Ob Tee ein Luxusgut ist, lässt sich schwer einschätzen. Viele Getränke, so auch Tee, haben einen nicht verkennbaren sozialen Nutzen oder sind fest in den Alltag vieler Menschen integriert. Unter diesem Gesichtspunkt ist Tee kein Luxusgut, sondern ein Grundnahrungsmittel oder tägliches Verbrauchsgut. Extrem hochwertige Tees können aber auch ein teures Produkt sein, welches nur für wenige erschwinglich ist und rein dem Genuss oder der Steigerung des persönlichem Wohlbefindens, nicht aber den Grundbedürfnissen dient. Hier ist Tee ganz klar wieder als Luxusgut einzuordnen.

Was haltet ihr davon? Ist Tee für euch ein Luxusgut? Lasst es uns wissen!

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