In dem letzten Teil unserer Reihe Teehandel 101 haben wir euch in einem Gedankenspiel gezeigt, wie die Reise eines Tees vom Produktionsland zu uns aussieht. Heute wollen wir euch dagegen ein paar Zahlen rund um den Teehandel zeigen, um zu verstehen, wie der Markt für Tee aktuell aussieht.

 

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Produktion

Der elementarste Bestandteil des Teehandels ist die Produktion. Ohne die hart arbeitenden Menschen in den Teegärten wäre an den Handel mit Tee erst gar nicht zu denken. Besonders wichtig sind die Teemeister, welche neue Sorten kreieren und Herr darüber sind, welche Qualitäten auf dem Markt zu finden sind. In den letzten Jahren ließ sich ein eindeutiger Wandel erkennen. Die Nachfrage nach ökologisch und nachhaltigen Produkten ist, vor allem im Westen, stark gestiegen. Diese Nachfrage wird durch immer mehr Bio-Zertifizierte Produzenten auf der ganzen Welt bedient.

Wenn eine Teefarm in Japan ein EU-Bio Siegel hat, dann tut sie dies, um gezielt im Europa einen neuen Absatzkanal zu finden. Die hier zu erzielenden Preise sind wesentlich höher als in der Heimat, zudem ist die Nachfrage stark steigend. Im Zuge der Globalisierung ist Tee also durch und durch ein international gehandeltes Gut geworden, ganz egal, ob es sich um hoch- oder niedrigpreisigen Tee handelt.

Anbaufläche für Tee

Seit 1961 hat sich die Anbaufläche für Tee mehr als verdreifacht. Knapp die Hälfte der gesamten Anbaufläche entfällt dabei auf China. Das starke Wachstum der Fläche ist wahrscheinlich mit dem starken Zuwachs des Produktionsvolumens vor allem in China, Indien und Afrika zu erklären.

 

Chinas Dominanz über den Teemarkt

Auch wenn es um den Teehandel geht, hat das Reich der Mitte die Nase weit vorn. Zum einen muss das Land mit knapp 1,4 Mrd. Einwohnen seinen Eigenbedarf an Tee decken. Zum anderen ist das Land stark auf Export gepolt. Dazu wird eine riesige Menge Land benötigt. Früh erkannten die Chinesen, dass der Teehandel äußerst gewinnbringend sein kann. Ob in das Vereinigte Königreich, den Nahen Osten oder andere asiatische Länder – überall lässt sich schnell Käufer für das chinesische Traditionsprodukt finden. Im Zuge der Technologisierung und der Digitalisierung setzen immer mehr Teefarmen aber auf Hightech statt auf Tradition. Die Menge soll möglichst kontinuierlich gesteigert werden, und das bei einer gleichbleibend hohen und konstanten Qualität.

Aber auch der Gigant China könnte den globalen Bedarf an Tee nicht alleine stemmen. Besonders Indien, Sri Lanka und seit kurzer Zeit Kenia produzieren große Mengen Tee. Tendenz steigend. Im Niedrigpreissegment mischt ganz besonders der afrikanische Kontinent den Teemarkt auf. Im Gegensatz zu vielen asiatischen Ländern gibt es in Afrika auf dem Land noch massenweise günstige Arbeitskräfte, was dafür sorgt, dass Nationen wie Kenia Kampfpreise bieten können, mit denen nicht mal China oder Indien mithalten kann. Hier liegt eine große Gefahr darin, dass Mensch und Natur langfristig Schaden nehmen, weil Aspekte der Nachhaltigkeit missachtet werden. Mehr darin aber am Ende dieses Beitrages.

Schauen wir uns nun mal die Verteilung der Anbaugebiete an:

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Verteilung der Anbaufläche für Tee je nach Nation; Quelle: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Handel

Weltweites Marktvolumen von Tee

Das Marktvolumen von Tee ist kontinuierlich am Wachsen. Im Jahr 2019 betrug das Marktvolumen für Tee 41,6 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2020 wird es wahrscheinlich auf ein Volumen von 43 Milliarden US-Dollard anwachsen. Auch der weltweite Verbrauch steigt jährlich stetig an. Interessant zu beobachten ist aber, dass der pro Kopf Verbrauch relativ konstant ist. Im Jahr 2014 wurde durchschnittlich pro Person 0,88 kg Tee konsumiert. 2017 waren es 0,91 kg. Wie lässt sich das weltweite Wachstum erklären? Zum einen wäre das stetige Bevölkerungswachstum eine mögliche Erklärung für den ansteigenden Verbrauch. Auch der wirtschaftliche Aufschwung vieler ostasiatischen Nationen, insbesondere China, würde den erhöhten Verbrauch im Teehandel erklären.

Wie sieht es mit dem höheren Marktvolumen aus? Mehr Nachfrage bedeutet natürlich auch, dass mehr gehandelt wird. Eine Veränderung von Angebot und Nachfrage wirken sich auch auf den Preis aus. Schauen wir mal, wie sich der Preis in den letzten Jahren entwickelt hat.

Durschnittlicher Teepreis

In der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends ist der Teepreis kontinuierlich angestiegen. Seit 2017 ist allerdings wieder ein deutlicher Abwärtstrend erkennbar. Denn:

    • 2019 betrug der Durchschnittspreis für einen Kilo Tee 2,57 USD
    • 2017 kostet ein Kilo Tee im Schnitt noch 3,15 USD
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Veränderung des durchschnittlichen Teepreises pro kg in USD; Quelle: World Bank 

Dies kann mehrere Gründe haben. Zum einen steigt die produzierte Menge Tee an. Natürlich geht auch die Nachfrage auch hoch, es ist allerdings möglich, dass die Steigerung des Angebots die Steigerung in der Nachfrage übertrifft. Durch das überhöhte Angebot wird der Preis gedrückt und fällt dadurch. Ein weiterer Grund könnte die hohe Konkurrenz für die Teeproduktion auf dem Weltmarkt sein. Besonders die Anbauregionen China, Indien, Sri Lanka und Kenia liefern sich eine intensive Preisschlacht. Die Masse an billigem Tee ist riesig, es wird stetig versuch, noch günstiger als die Konkurrenz zu sein.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in der Zukunft entwickelt. Es kann aber angenommen werden, dass die globalen Handelspreise noch weiter sinken werden.

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Der Teemarkt in Deutschland

Auch in Deutschland hat sich der Teemarkt in den letzten Jahren gewandelt. Nach dem der Konsum von Schwarztee und Grüntee 2013 seinen Höhepunkt erreichte, ist der Verbrauch in den letzten Jahren leicht rückläufig. Im Jahr 2017 lag der pro Kopf Verbrauch bei ungefähr 25,6 Liter Schwarz- oder Grüntee pro Kopf pro Jahr, knapp ein Liter weniger als noch 2013. Bei dem Kräuter- und Früchtetee sind die Deutschen wesentlich fleißiger. 2017 trank jeder Deutsche im Schnitt um die 52,1 Liter Kräuter- und/ oder Früchtetee im Jahr.

Import von Tee nach Deutschland

Die reine Menge Tee, welche jährlich in Deutschland eingeführt wird, ist auch leicht zurückgegangen. Nachdem die Exportmenge von 46.572,6 Tonnen in 2009 auf 58.567,9 Tonnen in 2014 hochgegangen ist, liegt die Importmenge im Jahr 2019 wieder bei 49.643,2 Tonnen. Es kann gut sein, dass Tee in diesen Jahren einen starken Trend erlebt hat, welcher nun abgeflaut ist. Auch ist zu beobachten, dass laut Statistischem Bundesamt das Exportvolumen von Tee aus Deutschland hinaus um mehrere Tonnen abgenommen hat. Gut möglich also, dass der Zwischenhandel für Tee in Deutschland abnimmt.

Ein starker Anstieg ist dagegen bei den Importpreisen für Tee zu beobachten. Sowohl der durchschnittliche Preis pro Tonne als auch der Gesamtwert der Importe ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Im Gegensatz dazu ist das Preisniveau auf dem Weltmarkt eher gesunken. Das die Deutschen mehr für Tee ausgeben kann daran liegen, dass mehr auf die Qualität geachtet wird und Richtlinien für die Reinheit verschärft wurden. Auch der Anstieg der Nachfrage nach Bio- und Fairtradeprodukten, welche mehr kosten, könnte die Preiserhöhung erklären.

 

Ein Blick auf die Zahlen: So sehen wir die Zukunft der Teewelt

Der Handel und die Welt befinden sich konstant im Wandel. So auch der Teehandel. Wir prognostizieren einen wachsenden Bedarf nach hochwertigen und nachhaltig angebauten Tees, besonders in Deutschland und Europa.

Für Länder wie Afrika wird der Klimawandel sicherlich eine immense Herausforderung werden. Schon jetzt haben die Zulieferer in Südafrika Probleme mit Dürre. Davon sind die Produzenten in Regionen wie China, Indien und Japan noch relativ verschont geblieben. Allerdings ist es gut möglich, dass es den Produzenten dort durch das Klima schwieriger werden wird, Qualität und Erntemenge konstant zu halten.

Der heftige Preiskampf, welchen sich Länder wie Kenia, Sri Lanka, Indien und China bieten, macht das Bestreben hin zur Nachhaltigkeit nicht einfacher. Dass das Preisniveau der gehandelten Tees in Deutschland steigt und damit dem globalen Trend trotzt, ist erfreulich, besonders wenn man sieht, dass der Handel mit Bio- und Fairtradeprodukten zunimmt. Bei den deutschen Konsumenten ist definitiv ein nachhaltiger Wandel des Kaufverhaltens zu beobachten.

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