• Egal wo Du auf der Erde bist, die Chance ist hoch, dass unweit von dir jemand diese Substanz trinkt. Und obwohl es viel von Menschen konsumiert wird, hat es kein einziges Land als illegal erklärt. Die Rede ist  von Koffein. Was hat es mir dem Wachmacher auf sich? Für diesen Artikel haben wir unzählige Studien durchgeforstet, um Euch mehr über dieses interessante Mittel erzählen zu können. Heute entdecken wir, was es mit dem wundersamen Stoff auf sich hat!

Koffein Teefeld Indien

 

Was ist Koffein?

1,3,7-Trimethyl-3,7-dihydro-1H-purin-2,6-dion. So lautet die chemische Bezeichnung der am häufigsten konsumierten pharmakologischen Substanz der Welt. Das Mittel wird bereits seit Tausenden von Jahren von Menschen wegen seiner leistungssteigernden Eigenschaften genutzt. Im Jahre 1819 gelang es dem Chemiker und Apotheker Friedlieb Ferdinand Runge erstmals, reines Koffein aus der Kaffeebohne zu isolieren. Im reinen Zustand hat die Substanz einen bitteren Geschmack und besteht aus kleinen, weißen Kristallen.

Der Begriff “Koffein” stammt daher, dass der Stoff lange nur mit Kaffee in Verbindung gebracht wurde. Neben der Kaffeebohne und der Teepflanze hat auch die Kolanuss, Mate, Guarana und in geringen Mengen auch die Kakaobohne Koffein. Die Substanz wird von den Pflanzen hergestellt, um sich gegen Insekten zu schützen. Es dient als natürlicher Abwehrmechanismus gegen Insekten.

 

Wirkung und Effekte von Koffein (in Tee)

Koffein ist in erster Linie ein Stimulant, welcher die Konzentrationsfähigkeit erhöht. Zudem werden Müdigkeitserscheinungen beseitigt und das zentrale Nervensystem stimuliert. Einer Studie der Nature Neurosience von 2014 hat Koffein zudem einen positiven Effekt auf die Konzentrationsfähigkeit, die Aufmerksamkeit und sogar das Langzeitgedächtnis. Koffein kann bei zu großen Mengen aber auch negative Effekte hervorrufen. Laut einer Stellungsnahme der European Food Safety Authority ist eine regelmäßige Einnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein bei einem normal-gewichtigen Erwachsenen unbedenklich. Ausnahme hierbei sind schwangeren Frauen, welche nicht mehr als 200 Milligramm Koffein konsumieren sollen.

Eine regelmäßige Aufnahme über dem empfohlen Richtwert kann zu einer geringfügigen Steigerung des Blutdruckes oder sogar Angstzuständen führen. Eine Überdosis tritt ungefähr bei einer Einnahme von circa zehn Gramm reinem Koffein ein. Für diese Menge müssten mehr als 100 Tassen Tee konsumiert werden.

Im Kaffee ist das Koffein an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex gebunden. Dieser gibt das Koffein bei Kontakt mit der Magensäure sofort frei. Das Koffein im Tee ist dagegen an Polyphenole gebunden, welche die Wirkung erst im Darm entfalten. Im Tee wirkt das anregende Mittel also langsamer und über einen längern Zeitraum hinweg.

 

Koffein in Tee – welche Sorten haben die höchste Menge?

Konkret festzuhalten, wie viel Koffein welche Sorten Tee beinhalten, ist ziemlich schwierig. Wie viel des Wachmachers letztendlich im Getränk landet, ist von vielen Faktoren abhängig. Mit höherer Wassertemperatur und einer längeren Ziehzeit steigt auch der Koffeingehalt des Tees. Es gibt Mythen die besagen, Sorten wie grüner oder weißer Tee haben weniger Koffein als andere Tees aus der Teepflanze. Das ist falsch. Weißer und grüner Tee wird allgemein mit einer geringeren Wassertemperatur aufgegossen als beispielsweise der schwarzer Tee. Bei der geringeren Temperatur löst sich weniger Koffein aus den Blättern heraus. Einer Dissertation der TU-Braunschweig zufolge hat weißer Tee in der Trockenmasse sogar einen höheren Koffeinanteil als grüner oder schwarzer Tee.

Allgemein lässt sich festhalten, dass Tees aus jungen Blättern und Knospen der Teepflanze einen höheren Gehalt an Koffein besitzen, als Tees aus älteren Blätter des Strauchs. Die jungen Blatttriebe sind anfälliger für Angriffe von Insekten und bilden daher als Abwehrreaktion eine erhöhte Menge Koffein.

Die unten dargestellten Werte ergeben sich, wenn man den kompletten Koffeingehalt aus den Blättern extrahiert. Bei den meisten Studien wird kochend heißes Wasser verwendet, um die Tees aufzubrühen. Bei einer niedrigeren Wassertemperatur und Ziehzeit ist der Wert geringer. Bei einer Wassertemperatur von 50-60 Grad ist der Wert circa zu halbieren. Bei einer Temperatur von 70 -80 Grad ist der Wert um 20 Prozent zu verringern.

Der tatsächliche Gehalt kann je nach Sorte und Zubereitung stark variieren. Die unten dargestellten Angaben sind als Maßstab zu verstehen, nicht als festgesetzter Wert.

 

 

Sorte Menge  Coffein Größe der Portion

Tees aus Taiwan 

High Mountain Oolong 67¹ mg 240 ml
Wenshan Baozhong 72¹ mg 240 ml
Dong Ding Oolong 73¹ mg 240 ml
Grüner Tee, Taiwan 100¹ mg 240 ml
Schwarzer Tee, Taiwan 104¹ mg 240 ml
Oriental Beauty Oolong 108¹ mg 240 ml

Tees aus Japan

Gyokuro 70² mg 300 ml / 2 g
Sencha, 1. Pflückung 57,4² mg 300 ml / 2 g
Sencha, 2. Pflückung 56² mg 300 ml / 2 g
Sencha, 3. Pflückung 55,4² mg 300 ml / 2 g
Matcha, Hohe Qualität 77² mg 80 ml / 2 g
Matcha, Mittlere Qualität 70,2² mg 80 ml / 2 g
Matcha, Niedrige Qualität 64,6² mg 80 ml / 2 g
Kukicha, Mittlere Qualität 24² mg 300 m / 3 g
Bancha  43² mg 300 ml / 3 g
Hojicha 43² mg 300 ml / 3 g
Genmaicha 42² mg 300 ml / 3 g

Andere koffeinhaltige Getränke

Starbucks Kaffee 54,79 mg 100 ml
Coca Cola® 8 mg 100 ml
Fritz Cola, Afri Cola 25 mg 100 ml

 

¹Werte beziehen sich auf eine Studie der taiwanesischen Tea Research and Extrention Station (TRES). Die Studie ist verfasst auf Mandarin. Ein übersetzter Inhalt wurde einem Artikel von Eco Cha teas entnommen.

²Yamamoto, Takehiko et. al.: Chemistry and Applications of Green Tea, CRC Press, 1997, S. 14; Ecopro Research Co. Ltd., By Standard Table of Food Composition in Japan, 2000

 

Koffeinrechner

Mit diesem Koffeinrechner könnt ihr ganz einfach eure Koffeinmenge berechnen. Einfach Sorte und Menge auswählen und der Rechner gibt euch den Koffeingehalt an!

Wie viel Koffein ist verträglich?

Jeder Mensch ist verschieden und reagiert unterschiedlich auf äußerliche Einflüsse. Das gilt auch für Koffein. Es gibt Menschen mit einer hohen Sensibilität für den Stoff und Personen, die sehr unempfindlich gegenüber der Substanz sind. Jeder sollte also zunächst für sich selbst herausfinden, wie viel man verträgt und in welchen Mengen man Tee genießen kann.

Die European Food Safety Authority empfiehlt für einen 70 Kilogramm schweren Erwachsenen, nicht mehr als 400 Milligramm Koffein pro Tag zu sich zu nehmen. Bei schwangeren wird ein Wert von 200 Milligramm pro Tag empfohlen. Vor dem Genuss von Tee in der Schwangerschaft sollten Sie sich am besten aber mit ihrem Arzt absprechen.

Kinder können pro Kilogramm Körpergewicht 3 Milligramm Koffein vertragen, also eine deutlich geringe Menge als Erwachsene.

 

Koffein in Schwarztee

Teesorten für Koffeinsensible Menschen

Selbst wenn man nur wenig Coffein verträgt, muss dies nicht heißen, dass man auf Tee verzichten muss. Es gibt nämlich viele Teesorten, welche einen extrem niedrigen Koffeingehalt haben. Geröstete Tees oder Sorten mit einem hohen Gehalt an Blattstängeln haben allgemein einen wesentlich niedrigeren Gehalt des Wachmachers. Der japanische Kukicha (übersetzt “Stängeltee”) besteht bis zu 50 Prozent aus den veredelten Stängeln der Teepflanze. Diese beinhalten kaum Coffein. Einen köstlichen Kukicha findest Du auch bei uns im online Shop! Genmaicha ist eine weitere koffeinarme Teesorte. Dem Tee wurde gerösteter Reis untergemischt. Das macht den Tee weniger anregend, verträglicher und gleichzeitig auch erschwinglicher!

Auch geröstete Teesorten haben einen geringeren Gehalt an Koffein als ungeröstete Tees. Je stärker die Röstung, desto weniger anregend ist dabei der Tee. Zu den gerösteten Tees gehört der japanische Hojicha, welcher zudem einen hohen Anteil an Koffeinarmen Blattstängeln hat. Mit einem vergleichbar geringen Coffeinwert ist Hojicha in Japan besonders bei älteren Menschen und Kindern ein beliebtes Getränk.

Tees aus ganz jungen und zarten Blättern der Teepflanze ergeben Tees mit dem höchsten Gehalt der anregenden Substanz. Folglich haben altere und reifere Teeblätter einen niedrigeren Gehalt des anregenden Mittels. Aus diesem Grund haben viele Oolong Tees einen niedrigeren Koffeinanteil als andere Sorten. Bei Oolong Tee werden nicht die üblichen obersten zwei Blätter und die junge Blattknospe (two leaves and a bud), sondern die obersten drei bis vier Blätter gepflückt. Auch wird Oolong ein paar Wochen später gepflückt als die meisten Grün-, Schwarz- oder Weißtees. Der Herstellung von Oolong haben wir einen eigenen Artikel gewidmet! Das Resultat ist eine weniger anregende Wirkung bei Oolong. Eine Röstung des Tees reduziert den Gehalt weiter, weshalb gerösteter Oolong wenig Koffein hat.

Hier eine Liste mit Koffeinarmen Tees:

  • Bancha
  • Genmaicha (Tee mit geröstetem Reis)
  • Kukicha (Tees mit hohen Anteil an veredelten Blattstängeln)
  • Karigane (Kukicha aus Gyokuro)
  • Gerollte Oolongs
  • Geröstete Oolongs
  • Sannenbancha

Koffeinfreie Tees (Tees, welche nicht aus der Teepflanze hergestellt werden):

  • Rooibos Tee
  • Honeybush Tee
  • Früchtetee
  • Kräutertee
  • Mugicha (japanischer Gerstentee)
  • Chrysanthementee

Chemischer Effekt von Koffein

Wenn wir geistig aktiv sind, verbrauchen unsere Nervenzellen im Wachzustand Energie und produzieren dabei einen Nebenstoff, dass sogenannte Adenosin. Das Adenosin setzt sich an bestimmten Rezeptoren im Hirn ab und aktiviert ein Signal. Dieses gibt den Nervenzellen ein Zeichen, weniger zu arbeiten. Wir werden müde. Dieser Vorgang soll unser Gehirn davor schützen, sich zu überarbeiten.

Koffein ist Adenosin von seiner chemischen Struktur sehr ähnlich. Die Modleküle können die Adenosinrezeptoren besetzen, sie allerdings nicht aktiviert. Das ausgeschüttete Adenosin wird vom Koffein gehindert, an die Rezeptoren anzudocken. Dadurch wird kein Signal an die Nervenzellen im Gehirn gesendet, das Müdigkeitsempfinden wird blockiert.

Unabhängig von seiner Fähigkeit das Gefühl der Müdigkeit zu beseitigen, hat Koffein laut dem US-amerikanischen Institute of medicine weitere Fähigkeiten, die kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern. Dazu gehört unter anderem eine gesteigertes Erinnerungsvermögen und erhöhte Aufmerksamkeit sowie eine schnelle Reaktionszeit.

 

Wachmacher gefällig?

Puh, was für ein langer Artikel, nicht wahr? Wir haben unzählige Studien für diesen Beitrag gelesen, um sicherzustellen, dass alles korrekt ist. Um die Konzentration oben zu halten, war Tee stets unser treuer Begleiter. Wenn Du auch nach einem leckeren Wachmacher suchst, schau doch mal in unserem online Shop vorbei! Dort erwarten dich tolle Sorten aus der ganzen Welt. Wir freuen uns auf deinen Besuch.