Taiwan Oolongs haben den Ruf, mitunter zu den hochwertigsten Tees überhaupt zu gehören? Aber wie ist es dazu gekommen? Über die Geschichte dieser faszinierenden Teesorte erzählen wir euch heute mehr!

Taiwan unter der Qing-Dynastie

Heute ist die kleine Insel Taiwan weltweit für ihre Tees bekannt. Gerollte Oolongs aus hohen Lagen haben unzählige Tee-Fans von sich überzeugt und somit floriert die heimische Teekultur mittlerweile. Aber im großen historischen Kontext des chinesischen Tees ist Taiwan ein relativer Neuling. Wie hat sich diese Insel vom Provinznest zu einem führenden Länder der globalen Oolong Teeindustrie entwickelt?

Die erste Kolonialmacht in Taiwan waren die Holländer, die die chinesische Einwanderung vom Festland für den Anbau von Zucker und Reis förderten. Die Holländer wurden 1662 von der Qing-Dynastie aus Taiwan vertrieben, obwohl der Kangxi-Kaiser wenig Interesse daran hatte, die Insel in das kaiserliche China einzugliedern. Trotz früher Einwanderungsbeschränkungen brachte der Handel Anfang des 18. Jahrhunderts Teepflanzen von Wuyi Shan nach Taiwan.

Die Holländer auf Taiwan

Obwohl Zucker und Reis nach wie vor die Wirtschaft der Insel dominierten, nahm der globale Teemarkt Fahrt auf. Im Jahre 1865, kurz nach dem zweiten Opiumkrieg, als die Briten die indische Teeindustrie aufbauten, kam ein Händler namens John Dodd nach Taiwan, um dort nach interessanten Produkten zum Handeln zu suchen. Zu seiner Überraschung entdeckte er einen aufblühenden Teemarkt für hochwertige Oolong Tees.

Die Taiwanesen stellten Oolong-Tees her, einzigartig unter den in Europa üblichen grünen und schwarzen Tees. Dodd erkannte sofort das kommerzielle Potenzial dieser einzigartigen Tees. Er investierte in die lokale Teeproduktion, baute Fabriken und ermöglichte den Teebauern im Norden Taiwans, den Herstellungsprozess besser zu kontrollieren. Seine neuen “Formosa Oolong” Tees wurden bis nach England und New York verschifft. Hier erlangten sie zu großem Ruhm und andere Exporteure wurden dazu veranlassten, diesem Beispiel zu folgen. Ende des 19. Jahrhunderts war Tee eines der Haupt-Export-Gütern Taiwans.

Ein Teefeld für den Teeanbau in Asien
Ein Teefeld für den Teeanbau in Taiwan

Die Japanische Besetzung

Die Qing-Dynastie überließ Taiwan am Ende des Sino-Japanischen Krieges 1895 Japan. Die Japaner bauten die Teeproduktion in Taiwan weiter aus, indem sie lokale Sorten förderten und schwarze Teesorten wie Assam einführten, um eine direkte Konkurrenz zu japanischen Grüntees zu vermeiden. Im Jahre 1903 gründeten sie die Taiwan Research and Extension Station (kurz TRES) zur Erforschung von Sorten und Herstellungsprozessen. Diese Institution existiert noch heute und entwickelt fleißig neue Sorten, Maschinen oder Produktionsmethode.

Im TRES wurden u.A. folgende berühmte Teesorten entwickelt:

  • TRES #12, auch Jin Xuan genannt. Bekannt für seinen cremigen & milchigen Charakter
  • TRES #13 Cui Yu, auch Jade Oolong genannt
  • TRES #18 Auch Ruby 18, besonders für schwarze Tees genutzt.

Die Republik China – Entstehung des modernen Taiwan Oolong

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Taiwan an die Republik China vergeben. Gleichzeitig tobte in China ein Bürgerkrieg zwischen den Nationalisten, angeführt von Präsident Chiang Kai-Shek, und der kommunistischen Partei Chinas, angeführt von Mao Zedong. Als die Kommunisten die Kontrolle über das Festland übernahmen, zogen sich Chiang Kai-Shek und seine Anhänger nach Taiwan zurück und gründeten die neue Hauptstadt der Republik China in Taipeh. Embargos gegen das kommunistische China förderten den Absatz taiwanesischen Tees. Jahrzehntelang konzentrierten sich die taiwanesischen Teebauern auf die Herstellung traditioneller chinesischer Teesorten, um den globalen Markt zu befriedigen.

Im späten 20. Jahrhundert stand Taiwan jedoch in Konkurrenz zu China und Japan, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Platz im Teehandel wieder einnahmen. Zur Diversifizierung wandte sich die taiwanesische Teeindustrie wieder den Oolong-Tees zu, welche besonders in den USA einen großen Markt gewannen. Mit einer etablierten Infrastruktur, einer boomenden Wirtschaft und einer einzigartigen einheimischen Teekultur war Taiwan nun in der Lage ein weltweit führender Anbieter von Tee zu werden.

Taiwan Oolong Cha
Unser köstlicher Shan Lin XI Oolong

Die Teekultur in Taiwan Heute

Das alles wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne das tropische Klima Taiwans und den reichen, vulkanischen Boden. Die Insel selbst ist wie ein Paradies für Teepflanzen, während abwechslungsreiches Terrain eine Reihe von lokalen Spezialitäten hervorbringt. Gaoshan (高山 “hoher Berg”) Oolongs zählen heutzutage zu den berühmtesten der Insel. Dieser exzellenten Teesorte haben wie hier sogar einen eigenen Bergartikel gewidmet. Neben den berühmten Taiwan Oolong bring Taiwan aber auch bezaubernde Schwarztees sowie seltene grüne und weiße Tees hervor!

Wir haben beste Sorten aus Taiwan Oolong für euch gesucht und gefunden! Immer wieder sind wir von der Vielfalt dieser Tees überrascht. Von floralen und fruchtigen Geschmäckern, wie der Four Seasons Oolong oder der Shan Lin Xi Oolong, über aromatisch erdige Geschmäcker wie unser Dong Ding Oolong bis hin zum speziellen, süßen Geschmack des Milky Oolong ist alles vertreten.

Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Einblick in die Geschichte Taiwanesischer Oolongs geben konnten! Falls Ihr euch fragt, was das Besondere am Oolong Tee ist und wie ihr diesen am besten zubereitet könnt Ihr einfach hier vorbeischauen!